Mitverkauftes Inventar fällt nicht unter den Spekulationsgewinn

23. November 2020

Beim Weiterverkauf einer vermieteten Wohnung oder Ferienwohnung innerhalb von zehn Jahren wird die sogenannte Spekulationssteuer fällig. Das bedeutet, dass der erzielte Gewinn der Steuer unterliegt. Nun hat das Finanzgericht München geurteilt, dass mitverkauftes Inventar im Allgemeinen steuerfrei ist.

Das Einkommenssteuergesetz sieht in §23 vor, dass die aus einem privaten Immobilienverkauf erzielten Gewinne versteuert werden müssen. Erfolgt ein Weiterverkauf einer vermieteten (Ferien-)Wohnung innerhalb von zehn Jahren, so kommt die Spekulationsfrist ins Spiel. Wer also innerhalb dieser 10-Jahresfrist verkauft, der muss die Spekulationssteuer in Höhe des Einkommenssteuersatzes zahlen. Nach einem Urteil des Finanzgerichts (FG) Münster vom 03. August 2020 (5 K 2493/18 E) ist es dem Finanzamt jedoch nicht gestattet, mitverkauftes Inventar zu versteuern.

Hintergrund zum Fall

Ein Immobilieneigentümer hatte eine Ferienwohnung für 200.000 Euro gekauft. Zwei Jahre später hat er diese dann für 265.000 weiterverkauft. Dabei wurde das Inventar, zu der auch eine hochwertige Einbauküche gehörte, laut Kaufvertrag für 45.000 mitverkauft.

Nach Ansicht des Finanzamtes seien in diesem Fall auch mit dem Inventar Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung erzielt worden. Und so bildete laut Finanzamt auch das Inventar Teil des steuerpflichtigen Veräußerungsgewinns nach § 23 EStG.

Doch das Finanzgericht war anderer Auffassung und urteilte zugunsten des Verkäufers der Ferienwohnung. Dies begründeten die Richter damit, dass die Wohnungseinrichtung zu den Gegenständen des täglichen Bedarfs gehört und nicht versteuert werden muss. Da Gegenstände des täglichen Gebrauchs üblicherweise nicht an Wert gewinnen, unterliegen diese laut § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 4 EStG nicht der Besteuerung.