Marktforschung zeigt: Die Mietpreisbremse bringt eigentlich gar nichts

29. Januar 2016

In den letzten Monaten war die Mietpreisbremse ein Thema, das die Immobiliennachrichten deutlich beherrscht hat. Nun hat das Marktforschungsinstitut empirica überprüft, was diese Einrichtung eigentlich wirklich bewirkt hat. Das Ergebnis ist eher ernüchternd. Zumindest in den Großstädten bleibt die Mietpreisbremse wirkungslos. Im Juni 2015 wurde die Mietpreisbremse eingeführt und gilt seit diesem Zeitpunkt. Zwar ist sie noch nicht deutschlandweit vertreten. Dennoch haben sich inzwischen zehn Bundesländer dazu entschieden, die Mietpreisbremse auf einige ihrer Städte anzusetzen. Das Ziel war es, mit Hilfe dieser Preisbremse dafür zu sorgen, dass die Mieten auf den Wohnungsmärkten nicht mehr ansteigen können. So wurde festgelegt, dass bei einer neuen Vermietung von Wohnungen die Mieten nur höchstens 10% über vergleichbaren Mieten in dem Ort oder der Stadt liegen dürfen. Das Marktforschungsinstitut empirica wollte es genau wissen und hat einen Blick auf die bekanntesten Großstädte geworfen.

Das Ergebnis ist ernüchternd

Wie die Ergebnisse von empirica deutlich machen, bringt die Mietpreisbremse nichts. Untersucht wurden die Mieten in den Städten Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf sowie in Köln. Hierbei handelt es sich um Städte, in denen der Wohnungsmarkt mehr als angespannt ist. Die Statistik macht deutlich, dass die Mieten bei neuen Verträgen durchaus geringer waren. Das lässt hoffen. Ein zweiter Blick zeigt jedoch, dass davon nun nichts mehr zu spüren ist. So sind die Mieten dennoch wieder angestiegen und haben, zumindest in München, Hamburg und Köln, wieder die altbekannte Höhe erreicht. Erschreckend sind die Ergebnisse für Berlin und Düsseldorf. Hier liegen die Mieten sogar über den Preisen, die vor der Mietpreisbremse aufgerufen wurden.

Verkauf wird vorgezogen

Die Ergebnisse von empirica machen deutlich, dass der Preis bei den Mieten eher auf dem Weg nach oben als nach unten ist. Damit hat die Preisbremse bisher zumindest komplett versagt. Es kann durchaus passieren, dass sich hier dauerhaft ein eher gegenteiliger Effekt einstellt. So ist durchaus mit einem Rückgang an Wohnraum zu rechnen. Ziel war es, die Mieter zu schützen. Es zeigt sich jetzt aber, dass in den Städten, wo die Mietpreisbremse greift, die Angebote an Wohnraum noch knapper bemessen sind als vorher. Grund dafür ist, dass viele Eigentümer sich nach dem Auszug ihrer Mieter dafür entscheiden, nicht weiter zu vermieten sondern stattdessen die Immobilien lieber gleich zu verkaufen. In diesem Fall können die Verkäufer auf eine hohe Rendite setzen und machen noch Plus. Das ist bei den Mieteinnahmen, dank der Mietpreisbremse, nicht mehr der Fall. Deutlich wird diese Entwicklung bei einem Blick auf Berlin. Hier zeigt sich, dass seit Herbst 2015 deutlich mehr Wohnungen zum Verkauf angeboten wurden, als Mietwohnungen zur Verfügung standen. Bei dieser Entwicklung ist es sogar möglich, dass die Preise noch höher steigen als vor der Mietpreisbremse. Die Verknappung von Wohnraum sorgt dafür, dass der Druck hier auf die Preise deutlich ansteigt.

Möglichkeiten der Landesregierung

Bis zum 31.12.2020 können die Landesregierungen handeln, indem sie die Mietpreisbremse für Gebiete in Kraft setzen, die einen stark angespannten Wohnungsmarkt haben. Hier darf die Mietpreisbremse jedoch für einen Zeitraum von nicht mehr als fünf Jahren angesetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass es hier auch Ausnahmen gibt. Wer erstmalig eine Neubauwohnung nach dem 1. Oktober 2014 vermietet hat, der muss diese Beschränkung nicht beachten.