Kleiner Leitfaden für den Anschlusskredit

12. Juli 2017

Die erste Zinsbindung läuft ab und es wird ein Anschlussdarlehen benötigt. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie hier.

Wenn die Zinsbindung abläuft, ist das Darlehen in der Regel noch nicht komplett getilgt. Das liegt daran, dass die Laufzeit eines Hypothekendarlehens in der Baufinanzierung bis zu 35 Jahre betragen kann, die Zinsbindung dagegen üblicherweise bereits nach 10 bis 15 Jahren verstreicht, wodurch ein Anschlussdarlehen erforderlich ist. Beim Anschlussdarlehen wird wieder wie ganz am Anfang der Baufinanzierung bestimmt, welche Höhe der fällige Zinssatz und die Tilgung für einen festgelegten Zeitraum haben sollen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten und es kann lohnenswert sein, sich nach einem günstigen Anschlussdarlehen umzusehen und Angebote miteinander zu vergleichen.

Prolongation

Die weitverbreitetste Form eines Anschlussdarlehens stellt die Prolongation dar. Dabei handelt es sich um eine Vertragsverlängerung bei der alten Bank, bei der jedoch die Konditionen neu ausgehandelt werden. Die Bank teilt dem Darlehensnehmer mit, zu welchen Bedingungen der bestehende Kredit prolongiert, d. h. verlängert wird. Zudem wird der Kunde darüber informiert, inwieweit eine Sondertilgung eingeräumt wird. Die Bank ist dazu angehalten, ihre Kunden drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung über die neuen Konditionen zu informieren. Allerdings sollten Sie das neue Angebot Ihrer Hausbank nicht ohne eine sorgfältige Prüfung annehmen.

Da Sie der Bank als langjähriger Kunde bewiesen haben, dass Sie ein zuverlässiger Darlehensnehmer sind und die Bank weder Ihre Sicherheiten noch Ihre Immobilie erneut prüfen muss, verringert sich das Risiko Ihrer Bank bei einer Anschlussfinanzierung. Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihre Hausbank Ihnen einen attraktiveren Anschlusskredit anbietet. Tut sie es nicht, sollten Sie sich nach den Angeboten von Fremdbanken erkundigen und mit Ihrer Hausbank verhandeln.

Umschuldung

Wenn Sie mit dem Anschlussdarlehen nicht zufrieden sind, das Ihnen Ihre jetzige Bank bietet, dann haben Sie natürlich auch die Möglichkeit, umzuschulden und sich eine andere Bank zu suchen, die Ihnen ein besseres Anschlussdarlehen bietet. Je mehr Zeit für die restliche Laufzeit des Darlehens verbleibt und je länger die Zinsbindung, desto lohnenswerter kann ein Bankwechsel sein. Der Aufwand, den ein Wechsel mit sich bringt, wird in der Regel von der neuen Bank erledigt. Das bedeutet, dass Sie sich als Neukunde lediglich darum kümmern müssen, die Gebühren zu bezahlen, die im Allgemeinen rund 0,2 Prozent der Grundschuld betragen.

Frühzeitiger Angebotsvergleich

Kümmern Sie sich am besten frühzeitig um die Anschlussfinanzierung, damit Sie keine raschen Entscheidungen treffen müssen. Experten empfehlen, nicht später als drei Monate vor Ende der Zinsbindungsfrist mit der Angebotssuche zu beginnen. Holen Sie Angebote von mehreren Banken ein, um besser vergleichen zu können. Vergessen Sie dabei nicht, die anfallenden Kosten bei einem Bankwechsel einzukalkulieren, dazu gehören die Notarkosten, die Gebühren, die durch die Änderung der Grundbucheintragung fällig werden sowie die Kosten für die Erstellung eines neuen Wertgutachtens. Für den Vergleich gilt, dass der von der neuen Bank angebotene Zinssatz auf jeden Fall um 0,2 Prozent niedriger sein sollte, als der Zinssatz, den Ihre alte Bank anbietet, damit sich der Wechsel auch für Sie lohnt. Die bei anderen Banken eingeholten Angebote dienen zugleich als gute Basis bei Verhandlungen mit Ihrer alten Bank, mit deren Hilfe Sie versuchen können, neue Konditionen auszuhandeln, die für Sie günstiger sind.

Beachten Sie das Sondertilgungsrecht

Bevor Sie Ihre Unterschrift unter einen neuen Anschlussvertrag setzen, sollten Sie zudem prüfen, inwieweit ein Sondertilgungsrecht besteht. Wird Ihnen die Möglichkeit eingeräumt, am Ende der Zinsbindung einen Teil des Darlehens abzulösen? Dies kann sinnvoll sein, wenn Ihnen beispielsweise Geld durch eine Festgeldanlage oder einer fälligen Kapitallebensversicherung zur Verfügung steht. Üblicherweise ist es nur nach Ende der Zinsbindung möglich, eine Sondertilgung in beliebiger Höhe zu leisten. Danach muss das Anschlussdarlehen nur noch in der Höhe der Restschuld nach Abzug der Teiltilgung aufgenommen werden.

Fazit:

Wer sich rechtzeitig um seine Anschlussfinanzierung kümmert, kann bares Geld sparen. Wenn Sie sich unsicher sind, dann können Sie die Dienste eines unabhängigen Finanzexperten in Anspruch nehmen, der Sie in Ihrem individuellen Fall beraten und den Vergleich für Sie erstellen kann.