IW entwickelt Maßnahmen gegen Wohnungsmangel

24. Oktober 2017

Der Wohnungsmarkt ist angespannt. Der starke Zuzug in die Städte als auch die zu niedrige Bautätigkeit führt dazu, dass in den Großstädten sowohl die Hauspreise als auch die Mietpreise stetig nach oben klettern. Die Entspannung des Marktes kann mit einer Ausweitung der Bautätigkeit erreicht werden, jedoch ist hierfür Zeit erforderlich. Alternative Konzepte müssen also her. Aus diesem Grund hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln eine Studie durchgeführt, im Rahmen dessen vier Strategien entworfen wurden, mit denen der Wohnungsmangel und die Mietenexplosion bekämpft werden sollen.

Als Maßnahmen empfiehlt der IW Köln, unter anderem das Wohngeld zu erhöhen. Das begründet das Institut damit, dass eine Anpassung des Wohngeldes lediglich alle sieben Jahre stattfindet, wodurch es eine Menge Menschen gibt, die aus der Förderung fallen, obwohl ihr Bedarf an Unterstützung weiterhin bestehen bleibt. Das Wohngeld sei, anders als die soziale Förderung von Wohnraum, „treffsicher”.

Außerdem solle mit sofortiger Wirkung in ÖPNV-Anbindungen investiert werden. Es wird erwartet, dass dadurch auf schnelle Weise 6 Millionen Wohnungen zusätzlich kreiert werden können.

Belegungsrechte

Haushalte, die über ein geringes Einkommen verfügen, erhalten durch Belegungsrechte den Zugang zum Wohnungsmarkt. Der Ankauf dieser Belegungsrechte im Bestand solle laut IW ausgeweitet werden. Bisher entstünden die Belegungsrechte hauptsächlich durch den Sozialwohnungsbau, dies sei jedoch teuer und nicht sonderlich treffsicher.

Wenn der Bestand besser genutzt werden würde, könne nach Angaben der IW-Studie rund 1 Million zusätzlicher Wohnungen geschaffen werden, beispielsweise durch eine Aufstockung der Dächer.

Potenziale zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum

In den Großstädten gebe es viele Haushalte, die in teilweise zu großen Wohnungen leben. Die Lösung sei es hier, entweder durch Untervermietungen neuen Wohnraum zu schaffen, oder auch indem Einliegerwohnungen kreiert werden. Des Weiteren sollten diejenigen Haushalte, die in eine kleinere Wohnung umsiedeln möchten, dabei unterstützt werden. Der IW ist der Ansicht, dass eine verbesserte Nutzung oder Umzüge dazu führen, dass etwa 5 Millionen weitere Wohnungen kreiert werden könnten. Auch in den Nahverkehr müsse investiert werden, da wachsende und schrumpfende Städte häufig nahe beieinanderliegen. Mithilfe von finanziellen Anreizen könnte die Attraktivität der Wohnumgebung in den schrumpfenden Städten gesteigert werden.