Die Immobiliennachrichten in Kürze - KW 34

Jinny Verdonck

23. August 2021

Private Baufinanzierungen knacken Höchstmarke

Die Baufinanzierungssumme ist so hoch wie nie und lag im Juli 2021 im Durchschnitt bei 308.000 Euro. Dies ist das Ergebnis des Trendindikators Baufinanzierung (DTB), den der Finanzdienstleister Dr. Klein ermittelt hat.

Mit durchschnittlich 308.000 Euro für ein Darlehen verzeichnet die private Baufinanzierung ein Plus von 17.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Ende des Jahres 2020 wurde die 300.000-Euro-Marke erstmalig geknackt. 

Trotz der erheblichen Ausweitung des Förderangebots der bundeseigenen Förderbank KfW für klimafreundliche Gebäude ist eine solche Nachfrage in der Statistik noch nicht bemerkbar. Von den Darlehen, die die Kreditplattform Europace vermittelte, stammten im Januar 8,27 % von der KfW, während es im Juli nur noch 5,55 % waren. Für die Ermittlung des DTB dienen die Europace-Daten mit rund 35.000 Kredittransaktionen monatlich mit einem Volumen von etwa 6 Milliarden Euro.


Neues Grundsteuergesetz in Hamburg beschlossen

Die Hamburger Bürgerschaft hat ein eigenes Grundsteuermodell beschlossen. Das sogenannte Wohnlagenmodell unterscheidet entsprechend dem Hamburger Mietenspiegel nur nach normaler Lage und guter Lage.

Der Hamburger Senat hat also die Öffnungsklausel für ein eigenes Grundsteuermodell genutzt und weicht somit vom Bundesmodell ab. Angesichts der starken Entwicklung des Bodenwertes soll dadurch eine spürbare Grundsteuererhöhung vermieden werden. 

Bei dem Hamburger Modell dient die Fläche als Grundlage zur Berechnung der Steuer. Ergänzt wird es durch das sogenannte Wohnlagenverzeichnis, das in der Hansestadt bereits etabliert und rechtlich gesichert ist. Es bestehen Äquivalenzzahlen, die für Grundstücke bei 4 Cent pro Quadratmeter und für Gebäudeflächen bei 50 Cent je Quadratmeter liegen. Für Wohnflächen gibt es gegenüber Gewerbeflächen einen Abschlag von 30 %, zusätzlich erhalten Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, sowie Wohngebäude mit öffentlich gefördertem Wohnraum eine Ermäßigung in Höhe von 25 %. 


Zahl der Baugenehmigungen klettert in die Höhe

Verglichen mit dem Zeitraum des Vorjahres gab es im ersten Halbjahr 2021 einen Anstieg der Baugenehmigungen um 7,7 %. Im Vergleich zum Jahr 2019 liegt der Wert sogar um 15,3 % höher. 


Den höchsten Anteil an den gestiegenen Baugenehmigungen haben mit einem Plus von 37,5 % insbesondere Zweifamilienhäuser, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) ermittelt hat. Um 10,7 % sind die genehmigten Einfamilienhäuser gestiegen, Mehrfamilienhäuser nur um 1,9 % und in Wohnheimen gab es sogar ein Minus von 9,2 %. Insgesamt sind etwa 186.000 Wohnungen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres genehmigt worden.