Der Mietspiegel klettert um 2,1 % in die Höhe

Jinny Verdonck

4. Januar 2018

Nicht nur die Marktpreise steigen, sondern auch die Mietspiegelwerte. Im Vergleich zum Vorjahr (+1,8 %) haben in deutschen Städten die ortsüblichen Vergleichsmieten im Jahr 2017 durchschnittlich ein Plus von 2,1 % verzeichnet. Das ist das Ergebnis einer von F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt aus Hamburg ausgeführten Auswertung in insgesamt 347 Städten, die über 20.000 Einwohner aufweisen.

Laut der Studie liegt die ortsübliche Vergleichsmiete in Deutschland im Durchschnitt bei 6,72 Euro pro Quadratmeter, ein leichter Anstieg zu den 6,54 Euro/qm des Vorjahres. Als Basis dieser Untersuchung dienten die Nettokaltmieten von Bestandswohnungen, die eine Fläche von 65 qm aufweisen und sich in mittlerer Lage befinden sowie eine mittlere Ausstattung haben.

Hohe Vergleichsmieten in München

Der Mietspiegelindex sei ein verlässlicher Indikator der jeweiligen Marktsituation in den florierenden deutschen Wirtschaftsmetropolen. So ist laut des F+B-Mietspiegelindex die Vergleichsmiete in München besonders hoch: Mit 10,22 Euro pro Quadratmeter liegt diese 52 % über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Auf dem zweiten Platz folgt Stuttgart mit 9,92 Euro pro Quadratmeter und Köln liegt auf dem dritten Platz mit 8,43 Euro je Quadratmeter. Danach folgen Hamburg mit 8,38 Euro und Düsseldorf mit 8,26 Euro pro Quadratmeter.

Der Osten holt stark auf

Auch in den Großstädten in Ostdeutschland zeichnen sich langsam höhere Vergleichsmieten ab. So liegen die durchschnittlichen Mieten in Rostock, Erfurt und Jena mittlerweile im Durchschnitt der Mietspiegelstädte bundesweit. Anders sieht es jedoch in den anderen ostdeutschen Großstädten aus, denn diese liegen größtenteils unter dem Bundesschnitt. Potsdam verzeichnet einen Durchschnitt von 6,17 Euro pro Quadratmeter und Dresden und Schwerin je 5,81 Euro je Quadratmeter. In Berlin lässt es sich im Vergleich dazu noch immer relativ günstig wohnen. Der Mietspiegeldurchschnitt liegt im Westen Berlins bei 7,08 Euro pro Quadratmeter (in 2016 waren es lediglich 6,46 Euro/qm) und im Berliner Osten zahlen Mieter durchschnittlich 6,40 Euro pro Quadratmeter (in 2016 waren es nur 5,85 Euro/qm).

Bei einer Analyse der Altersgruppen zeichnet sich gemäß F+B ein bekanntes Bild ab, denn je neuer die Wohnung, desto höher die Miete. Konkret heißt das, dass im Altbau durchschnittlich 6,52 Euro/qm fällig werden und im Neubau müssen im Durchschnitt dagegen bereits 8,21 Euro/qm auf den Tisch gelegt werden. Die Untersuchung fand jedoch außerdem heraus, dass sanierte Altbauwohnungen im Westen Deutschlands überdurchschnittlich aufholten.

Im Rahmen einer Erhebung des Mietspiegels finden nur Wohnungen Berücksichtigung, deren Miete in den vergangenen vier Jahren geändert wurde. Wohnungen, die preisgebunden sind, werden nicht mitgerechnet. Aus diesem Grund geben die durchschnittlichen Werte des Mietspiegels die Mieten im Bestand wieder. Von den Metropolen Deutschlands mit über 500.000 Einwohnern haben laut F+B 93 % einen Mietspiegel und von den deutschen Großstädten sind es 88 %.