Das Bestellerprinzip sorgt wieder für Diskussionen

7. Juli 2017

Es wird zurzeit darüber diskutiert, ob das für Mietwohnungen gültige Bestellerprinzip auch auf den Wohnungskauf ausgeweitet werden soll. Der Immobilienverband Deutschland (kurz: IVD) und die SPD sind in dieser Hinsicht geteilter Meinung.

Hintergrund

Das Bestellerprinzip besagt, dass derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn bestellt. Laut Maas war der Handlungsbedarf bei Mietwohnungen zunächst größer, da es zum einen viel mehr Menschen betraf und zum anderen da sich Mieter bei der Wohnungssuche finanziell eher in Zwangslagen befanden als Käufer. Da es in den meisten Fällen der Vermieter sei, der einen Makler bestellt, würden die Mieter seit der Einführung des Bestellerprinzips am 01. Juni 2015 deutlich entlastet.

Maas spricht sich für Ausweitung des Bestellerprinzips aus

Vor Kurzem soll der Minister für Justiz und Verbraucherschutz, Heiko Maas (SPD), noch gesagt haben, dass das Bestellerprinzip beim Kauf nicht kommen wird. Nun ließ der Minister jedoch verlauten, dass derjenige, der eine Leistung bestelle, diese auch zu zahlen habe. Dies solle langfristig gesehen auch für den Wohnungskauf gelten. Somit nimmt er nun doch die Position seiner Partei ein, die sich jüngst dafür ausgesprochen hat, das Bestellerprinzip auf den Wohnungskauf auszuweiten.

Gründe, warum der IVD gegen das Bestellerprinzip beim Wohnungskauf ist

Beim Wohnungskauf kommen andere Kriterien ins Spiel als bei Vermietungen. So seien Mieter schutzbedürftig, da sie im Vergleich zu den Vermietern sozial schwächer gestellt sind. Bei Käufern einer Eigentumswohnung ist dies jedoch nicht der Fall, da Käufer im Verhältnis zu den Verkäufern nicht sozial schwächer sind.

Der Erwerb einer Eigentumswohnung oder eines Eigenheims ist die wohl größte Kaufentscheidung, die ein Mensch in seinem Leben trifft und eine professionelle Beratung ist hier das A und O. Besonders Familien mit Kindern entscheiden sich für den Wohnungskauf und die fachkundige Beratung sowie das Know-how eines Maklers ist für diese Kaufentscheidung äußerst wichtig. Wenn nun allerdings gesetzlich vorgeschrieben wird, dass der Verkäufer den Makler bezahlen muss, dann würde es bedeuten, dass der Makler die Käufer nicht mehr objektiv beraten könnte, sondern ausschließlich die Verkäuferinteressen vertreten müsste. Dabei sind aber gerade die Käufer auf die objektive Beratung eines Experten angewiesen, um sich ausreichend zu schützen. Eine Pflicht einen Makler zu beauftragen besteht nicht, allerdings sprechen viele Gründe dafür.

Alternative zum Bestellerprinzip

Damit die Kosten beim Wohnungskauf nicht weiter in die Höhe steigen, seien Maßnahmen vonseiten der Politik erforderlich. So sei die regelmäßige Erhöhung der Grunderwerbsteuer nach Ansicht des IVD-Präsidenten Jürgen Michael Schick nicht der richtige Weg. Daher solle die Preisspirale bei den Nebenkosten eines Wohnungskaufs am Besten über die Steuer gestoppt werden. Erstkäufer sollten gar ganz von der Grunderwerbsteuer befreit werden, damit auch Familien und sogenannte Schwellenhaushalte auch eine Chance haben, den Schritt von der Mietwohnung zur Eigentumswohnung zu schaffen.