Corona-Schutzmaßnahmen am Bau

5. April 2020

Die Baubranche hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Bauarbeiter vor dem Corona-Virus zu schützen. Von besser ausgestatteten Toiletten über die Anreise zur Baustelle im eigenen Wagen statt Bulli bis hin zu Ferienwohnungen anstelle von Wohncontainern. 

Die Corona-Pandemie hat hierzulande auch die Arbeitsweise auf dem Bau verändert. Das Arbeiten ist sauberer geworden, denn mobile Toiletten mit fließendem Wasser haben Dixiklos ohne Waschmöglichkeit ersetzt. Die Maßnahmen wurden von den Bauunternehmen ergriffen, um zu verhindern, dass sie ihre Arbeit aufgrund von fehlender Hygiene und Ansteckungsgefahr niederlegen müssen. Gewerkschaft und Verbandsvertreter betonen die Wichtigkeit, die Schutzmaßnahmen und die Abstandsregeln zu befolgen.

Es gibt eine Liste mit umfassenden Schutzmaßnahmen. Dazu gehört es, das Lenkrad, Schaltgriffe und Armaturen von Baumaschinen zu desinfizieren, bevor die Übernahme erfolgt. Zudem werden die Pausenzeiten versetzt. Und auch das Personal wird nun nicht mehr für jede Baustelle neu zusammengewürfelt, sondern bleibt zusammen. Dadurch kann die Infektionskette bei einer Ansteckung leichter unterbrochen werden.

Zusatzkosten beim Transport

Die Unterkunft stellt aktuell eine der größten Herausforderungen dar, denn die übliche dichte Belegung in den Wohncontainern ist nicht mehr gestattet. Dies führt dazu, dass die Bauunternehmen sich nun vermehrt nach Ferienwohnungen oder Hotels umschauen. Auch der Transport ist schwieriger geworden. Es war üblich, dass acht bis neun Arbeiter zugleich im Mini-Van zur Baustelle fuhren. Da nun jedoch ein Mindestabstand eingehalten werden muss, kann nur eine Person auf jeder Bank sitzen. Dadurch können nur noch drei oder vier Arbeiter gleichzeitig im selben Bulli mitfahren. Aus diesem Grund sollen die Arbeiter mit dem eigenen Auto zur Baustelle fahren. Gemäß Tarifvertrag ist der Arbeitgeber jedoch verpflichtet, 0,20 Euro pro Kilometer zu zahlen, bis zu 20 Euro täglich. Für ein Unternehmen mit beispielsweise 100 Mitarbeitern könnte das etwa bis zu 2.000 Euro pro Arbeitstag bedeuten.

Der Bausektor sieht jedoch bei der Lieferkette keine großen Probleme. Es wird zwar erwartet, dass es in Bezug auf Stahl und Trockenbaumaterial Engpässe geben könnte. Doch Materialien wie Holz, Zement, Kies und Sand seien hierzulande ausreichend vorhanden.